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Mobilität und Verkehrssicherheit

Projekte des Forschungsbereiches Mobilität und Verkehrssicherheit

Aktuelle Projekte

Auftraggeber:

Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)

Zusammenfassung:

Der Radverkehr stellt einen wachsenden Anteil am Verkehrsaufkommen in Deutschland dar. In den letzten Jahren hat zudem die Verbreitung von Mobiltelefonen stark zugenommen.

Im Rahmen bisheriger Forschungsarbeiten konnte bereits eine Vielzahl an Erkenntnissen über die Prävalenz der Nutzung von Mobiltelefonen und ihren Einfluss auf die Verkehrssicherheit bei Fahrern von Personenkraftwagen gewonnen werden, über die Situation bei Radfahrern ist hingegen bislang wenig bekannt.

Im Rahmen dieses Projektes sollen daher Daten über Häufigkeit, Art und Umstände der Nutzung des Mobiltelefons beim Radfahren erhoben werden. Weiterhin soll ermittelt werden, inwiefern personenbezogene Merkmale die Nutzung beeinflussen und welche Gefährdungen auftreten können. Bei der Datenerhebung kommen hierbei die Methoden der Beobachtung, der persönlichen Befragung sowie der Online-Befragung zum Einsatz.

Durch den Einsatz verschiedener Datenerhebungstechniken soll auch eine Abschätzung möglich gemacht werden, inwieweit die verschiedenen Methoden zu unterschiedlichen Ergebnissen führen.

Ansprechpartner:

Annika Johnsen

Auftraggeber:

Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)

Zusammenfassung:

Die Verkehrsunfallprävention für Kinder unter 15 Jahren ist eine Erfolgsgeschichte: die Zahlen der verunfallten Kinder im Straßenverkehr sinken seit Jahren. Dennoch verunfallen auch heute noch jeden Tag Kinder im Straßenverkehr.

Präventionsprogramme für Kinder orientieren sich an Forschungsarbeiten, die die Fähigkeiten von Kindern hinsichtlich verschiedener Entwicklungsbereiche darstellen. Dabei beziehen sich viele Präventions- und Trainingsprogramme auf Literatur aus den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts. Aktuelle Zusammenfassungen zum Stand der kindlichen Entwicklung in Bezug auf deren Teilnahme im Straßenverkehr finden sich kaum.

Ziel des Projekts „Stand der Wissenschaft: Kinder im Straßenverkehr“ ist es, den aktuellen Forschungsstand zur Entwicklung von Kindern und deren Relevanz für ihre Verkehrsteilnahme zusammenzufassen und aufzubereiten sowie adäquate und wissenschaftlich fundierte Präventionsansätze für die Zielgruppe Kinder abzuleiten.

Ansprechpartner:

Dr. Walter Funk

Voller Titel

Evaluation der Zielgruppenprogramme „Kind und Verkehr“ (DVR, DVW) und „Kinder im Straßenver-kehr“ (DVW) – Phase II (FE81.0013/2016)

Auftraggeber:

Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)

Zusammenfassung:

Im Rahmen des Projekts wird eine Wirkungsevaluation der Zielgruppenprogramme „Kind und Verkehr“ (KuV) und „Kinder im Straßenverkehr“ (KiS) durchgeführt. Dazu werden quasi-experimentelle Prüf-/Kontrollgruppendesigns mit bis zu drei Messwiederholungen sowie ein retrospektives Forschungsdesgin umgesetzt.
Die groß angelegte, bundesweite Befragung umfasst dabei für das Programm KuV die Befragung der zur Elternveranstaltung eingeladenen Eltern, der Kindertageseinrichtungen, welche die Veranstaltungen ausrichten, sowie der ausgebildeten Moderatoren, welche die Veranstaltung leiten.
Für das Programm KiS werden sowohl die Zielgruppe (pädagogisches Personal in Kindertageseinrichtungen) als auch die ausgebildeten Moderatoren befragt. Ergänzt wird die summative Evaluation durch eine formative Evaluation der Programme anhand der Beurteilung durch die jeweiligen Teilnehmer.
Ziel ist es schlussendlich, die Wirksamkeit der Programme abzuschätzen und Hinweise zur Optimierung abzuleiten.

Ansprechpartner:

Dr. Walter Funk

Auftraggeber:

Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)

Zusammenfassung:

Das Programm „Aktion junge Fahrer“ (AjF) ist ein Zielgruppenprogramm der Deutschen Verkehrswacht (DVW). Seit über 30 Jahren versucht das Programm AjF dem besonders hohen Unfallrisiko von Fahranfängern entgegenzuwirken. Umgesetzt wird das Programm AjF im Rahmen von Verkehrssicherheitstagen auf öffentlichen Plätzen.

Ziel der Evaluation von AjF ist die Klärung der Frage, „… ob die mit dem Programm definierten Zielsetzungen erreicht werden (Wirkungsanalyse)“. Diese Zielsetzungen bestehen in der Verbesserung der Selbsteinschätzung des eigenen Fahrvermögens durch die Teilnehmer an AjF, einer damit einhergehenden Sensibilisierung für Gefahren im Straßenverkehr und schließlich der Änderung des eigenen Verkehrsverhaltens aufseiten der teilnehmenden Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Um die genannte Forschungsfrage zu beantworten, werden mehrere Online-Befragungen im Rahmen eines quasi-experimentellen Prüf- / Kontrollgruppendesigns mit Messwiederholung umgesetzt. Hierbei werden sowohl die an AjF teilnehmenden Personen befragt als auch die Umsetzer des Programms in den örtlichen Verkehrswachten.

Letztlich sollen die aus der Wirkungsanalyse zu erwartenden Befunde dazu dienen, Ansatzpunkte zur Optimierung des Zielgruppenprogramms AjF und seiner Einsatzmöglichkeiten zu benennen.

Ansprechpartner:

Dr. Walter Funk

Voller Titel:

Evaluation des Modellversuchs AM15 – Teil 2: Befragungsstudie

Laufzeit:

09/2015 – 11/2017

Auftraggeber:

Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)

Zusammenfassung:

Mit Beginn des AM15-Modellversuchs am 01.05.2013 ist in den ostdeutschen Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen das zulässige Alter für den Erwerb einer AM-Fahr­er­laubnis von 16 Jahren auf 15 Jahre abgesenkt worden. Mit dieser Maßnahme wird maßgeblich das Ziel der Verbesserung der Mobilität von Jugendlichen, insbesondere im ländlichen Raum, verfolgt. Die Realisierung dieses Ziels und die Betrachtung der verkehrssicherheitsrelevanten Folgen der Absenkung des Mindestalters werden mit Hilfe der vorliegenden Befragungsstudie evaluiert. Darin wurden jedoch nicht nur die Gruppe der AM15-Teil­neh­mer in den Modellversuchsländern einbezogen, sondern auch motorisierte Zweirad-Fahranfängergruppen aus den – zum Erhebungszeitpunkt – ostdeutschen Nicht-Modellversuchs­län­dern Brandenburg und Mecklenburg-Vorpom­mern sowie aus dem westdeutschen Nicht-Modell­ver­suchsland Niedersachsen. Diese Vergleichsgruppen werden der Gruppe der AM15-Teilnehmer in der Datenauswertung gegenübergestellt.

Ansprechpartner:

Dr. Walter Funk

Auftraggeber:

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Zusammenfassung:

Die überdurchschnittlich häufige Beteiligung jugendlicher und älterer Fahrradfahrer an Unfällen stellt die Forschung vor neue Herausforderungen. Neue Technologien, wie sie bereits im automobilen Bereich eingesetzt werden, bieten in diesem Zusammenhang ein großes Potenzial zur Verbesserung der Sicherheit und des Komforts beim Fahrradfahren.

Das Projekt „Safety4Bikes“ greift diese Problematik auf, indem es Assistenzsysteme entwickelt, die zur Verkehrssicherheit fahrradfahrender Kinder und älterer Erwachsener beitragen. Schwerpunkte sind hier vor allem die frühzeitige Erkennung und Warnung vor potentiellen Gefahren im Radverkehr. Um diese umzusetzen, werden Fahrradkomponenten, Car2X-Schnittstellen und Smartphone-Apps miteinander kombiniert. Wie die Komponenten letztlich mit dem Nutzer interagieren, ist ein wichtiger Teil der Fragestellung.

Das Institut für empirische Soziologis (IfeS) leistet hier durch Zielgruppenrecherchen und die direkte Einbeziehung der künftigen Nutzer (Fokusgruppen) einen wichtigen Beitrag. Neben nutzungsbezogenen Anforderungen an das System prüft das IfeS auch ethische und soziale Fragestellungen (ELSI) die sich im Zusammenhang mit der Entwicklung der Fahrradassistenz ergeben.

Ansprechpartner:

Dr. Walter Funk

Weiterführende Informationen:

Homepage Safety4Bikes-Projekt: https://www.technik-zum-menschen-bringen.de/projekte/safety4bikes

Auftraggeber:

Europäische Kommission (European Commission)

Zusammenfassung:

Der Übergang vom manuellen zum automatisierten Fahren stellt auf individueller, sozialer und gesellschaftlicher Ebene eine große Herausforderung dar. Ziel des EU-Projektes BRAVE ist die erfolgreiche Umsetzung und Einführung der 3. Ebene automatisierten Fahrens auf dem europäischen Markt, unter Berücksichtigung der Eigenschaften, Erwartungen und Bedürfnisse relevanter Zielgruppen. Diese umfassen die künftigen Endnutzer (Autofahrer) selbst, sowie andere Verkehrsteilnehmer (motorisierte Zweiradfahrer, Fahrradfahrer, Fußgänger) und Interessensvertreter aus den Bereichen Politik, Versicherungen, Verkehrserziehung etc.

Im ersten Zuge des Projektes werden zunächst Einstellungen, Bedürfnisse und Erwartungen an autonome Fahrzeuge aus Nutzer- und Stakeholder-Perspektive erfasst. Darauf aufbauend und in Anlehnung an bereits existierende Systeme, sollen neue Interaktionskonzepte entwickelt und in repräsentativen Szenarien evaluiert werden. Im Vordergrund stehen dabei die Interaktion zwischen Fahrzeug und Fahrer, sowie die Interaktion zwischen Fahrzeug und Umwelt. Im Rahmen eines iterativen, nutzerzentrierten Vorgehens, sollen die Systeme solange erprobt und überarbeitet werden, bis sie ein hohes Maß an Akzeptanz seitens der Nutzer erreichen.

Das Institut für empirische Soziologie (IfeS) leistet durch Literaturrecherchen, sowie qualitative und quantitative Befragungen der Zielgruppen und Stakeholder vor allem im Anfangsstadium des Projektes BRAVE einen wichtigen Beitrag. Die hieraus gewonnenen Erkenntnisse sind zielführend für die Umsetzung der Interaktionskonzepte, da diese sich an den Eigenschaften und Bedürfnissen der Nutzer orientieren. Zusätzlich zur Nutzerforschung ist das IfeS im Projekt BRAVE für soziale und ethische Fragestellungen (ELSI/ ELSA), die für die Einführung automatisierter Fahrzeuge relevant sind bzw. bei der Bearbeitung von BRAVE relevant werden, zuständig.

Ansprechpartner:

Dr. Walter Funk

Weiterführende Informationen:

Homepage BRAVE-Projekt: http://www.brave-project.eu/

Abgeschlossene Projekte

Auftraggeber:

Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e. V.

Zusammenfassung:

Die steigende Anzahl an Kindern, die ab dem ersten Lebensjahr professionell in der Kindertagesstätte oder in der Kindertagespflege betreut werden, hat auch zu einer Zunahme von meldepflichtigen Unfällen von Kindern in Kindertagesstätten geführt. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e. V. verfolgt in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung deshalb das Ziel, auf die Themen Kindersicherheit und Unfallprävention aufmerksam zu machen und Verbesserungen zu erzielen.

Die bundesweite Befragung von Kindertagesstätten hat dazu einerseits den Stand des Unfallgeschehens und der Unfallprävention in Kindertagesstätten erhoben und andererseits Unterstützungsbedarfe für die Erhöhung der Kindersicherheit eruiert. Die repräsentative Studie, an der sich 974 Kindertagesstätten aus allen deutschen Bundesländern beteiligt haben, wurde im Zeitraum von November 2017 bis Februar 2018 mit Hilfe einer Online-Befragung durchgeführt.

Auf Grundlage der Befragungsergebnisse erstellt die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e. V. geeignete Konzepte, Medien bzw. Maßnahmen zur Sensibilisierung von Erzieher/innen und Eltern für die Themen Kindersicherheit und Unfallverhütung.

Ansprechpartner:

Bernhard Schrauth

Publikationen:

Schrauth, B. (2018)
Bundesweite Befragung von Kindertagesstätten „Kindersicherheit und Unfallprävention“. Tabellarischer Ergebnisbericht, Februar 2018. Nürnberg: Institut für empirische Soziologie.

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Auftraggeber:

Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)

Zusammenfassung:

In der Prozessevaluation wurden 3.780 Modellversuchsteilnehmer während der Phase des begleiteten Fahrens bis zu viermal und 1.735 Begleitpersonen einmalig zu unterschiedlichen Aspekten der Maßnahmenumsetzung befragt.

Die Teilnahmegründe der Jugendlichen und ihrer Begleiter ließen erkennen, dass das Begleitete Fahren als Bestandteil der Fahranfängervorbereitung gut in den altersspezifischen Lebensabschnitt der jungen Fahrer integriert werden konnte. Insgesamt belegen die Befunde eine große Zugangsfreundlichkeit des Modells und eine hohe Praktikabilität.

Im Durchschnitt erbrachten Jugendliche an Tagen mit Begleitfahrt eine Fahrleistung von 32,4 km (Median: 24,0 km). Monatlich wurde eine mittlere Fahrleistung von 318,5 km erbracht. In durchschnittlich acht Monaten Begleitdauer erwarben die Jugendlichen etwa 2.400 km Fahrpraxis. Bei voller Ausschöpfung der Begleitdauer von zwölf Monaten ergab sich eine durchschnittliche Fahrleistung von 3.800 km.

Hauptfahrtzwecke waren private Fahrten (Familie, Besuche), Haushaltserledigungen, Freizeitfahrten und Fahrten zur Schule / Ausbildung.

Hinsichtlich der Interaktion zwischen Fahranfänger und Begleiter ergibt sich auf der Grundlage zahlreicher Einzelbefunde das Bild einer angemessenen Rolleninterpretation und -ausübung im Sinne eines konstruktiven Zusammenwirkens von Fahranfänger und Begleiter beim fahrpraktischen Kompetenzerwerb.

Im Verlauf der Begleitphase war eine deutliche Abnahme unsicherer Fahranfänger zu beobachten. Dies ist Ausdruck des subjektiv wahrgenommenen Zuwachses von Fahrerfahrung während der Begleitphase.

Unfälle, Verkehrsverstöße und Verwarnungen in der Begleitphase wurden behördlicherseits nur in geringem Umfang berichtet. Dies lässt erkennen, dass die Maßnahmenpraxis den gebotenen Verkehrssicherheitserfordernissen in hohem Maße gerecht wird.

Die erhebliche Ausweitung der fahrpraktischen Vorbereitung durch das Modell „Begleitetes Fahren ab 17 Jahre“ hat zu einer strukturellen Veränderung der Fahranfängervorbereitung in Deutschland geführt. Die gegebenen Möglichkeiten hinsichtlich der Nutzungsdauer der Begleitphase und des Umfangs der erbrachten Fahrleistung erscheinen gleichwohl noch nicht ausgeschöpft und empfehlen sich daher als Gegenstand künftiger Optimierungsanstrengungen.

Neben der vertieften Ausschöpfung des originären Maßnahmenpotenzials eines längerfristigen fahrpraktischen Erfahrungsaufbaus empfiehlt sich zudem eine sinnvolle Verbindung dieses Maßnahmenansatzes mit weiteren zielführenden Maßnahmen im Rahmen eines integrierten Systems der Fahranfängervorbereitung in Deutschland.

English Version

Ansprechpartner:

Dr. Walter Funk

Publikationen:

Funk, W.; Grüninger, M. (2010)
Begleitetes Fahren ab 17 – Prozessevaluation des bundesweiten Modellversuchs. Berichte der Bun­des­anstalt für Straßenwesen, Mensch und Sicherheit, Heft M 213. Bremerhaven: Wirtschaftsverlag.

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Voller Titel:

Fahranfängerbefragung 2014: 17-jährige Teilnehmer und 18-jährige Nichtteilnehmer am Begleiteten Fahren. Ansatzpunkte zur Optimierung des Maßnahmenansatzes „Begleitetes Fahren ab 17 Jahre“.

Auftraggeber:

Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)

Zusammenfassung:

In der „Fahranfängerbefragung 2014“ wurden ab März 2014 bundesweit 2.478 Teilnehmer am „Begleiteten Fahren ab 17 Jahre“ kurz nach dem Beginn ihrer Begleitphase befragt. Von 834 dieser 17- Jährigen liegt auch ein Fragebogen aus der Wiederholungsbefragung gegen Ende der BF17- Teilnahme vor. Zudem haben 783 Begleiter einen Fragebogen ausgefüllt.

Parallel wurden bundesweit 925 18-jährige Fahranfänger in den ersten drei Monaten ihres Fahrerlaubnisbesitzes einmalig befragt. Auch zu diesen Fahranfängern liegen zuordenbare Antworten von 373 Eltern vor.

BF17-Teilnehmer beginnen ihre Fahrausbildung etwa 1,8 Monate vor dem 17. Geburtstag. Durchschnittlich verbringen die Jugendlichen 8,4 Monate im BF17 und fahren dabei ca. 2.500 km. Fast ein Viertel nutzt die maximal mögliche Dauer von zwölf Monaten aus und erbringt dabei eine Fahrleistung von über 3.600 km.

Die Fahrausbildung der 18-Jährigen beginnt etwa 2,8 Monate vor dem 18. Geburtstag. Aus Sicht der 18-jährigen Fahranfänger sprach am häufigsten die fehlende Zeit gegen die Teilnahme am BF17. Die Befunde verweisen ferner auf ein Wissensdefizit unter jungen Erwachsenen hinsichtlich des Wirkmodells des Fahrerfahrungsaufbaus unter Begleitung und damit auf ein Kommunikationsdefizit im Rahmen der Fahranfängervorbereitung. Für 18- Jährige lässt sich eine jährliche Fahrleistung von ca. 5.300 km errechnen.

Im Bericht finden sich Basisdaten zu vielen weiteren Aspekten der Exposition und des Fahrverhaltens 17- und 18-jähriger junger Fahrer. Für BF17- Teilnehmer werden die Kommunikationssituation während der Begleitfahrten und Einstellungen zum BF17 sowie zu Perspektiven seiner Weiterentwicklung berichtet.

Optimierungspotenziale hinsichtlich der Verlängerung der Verweildauer im BF17, der Erhöhung des Fahrleistungsumfangs, der Einwirkung auf die Übungsqualität und der Verbreiterung der Teilnahmequote werden vor allem in der Verkehrserziehung und -aufklärung gesehen. Entsprechende Ansatzpunkte der Verkehrssicherheitskommunikation werden skizziert.

Ansprechpartner:

Dr. Walter Funk

Auftraggeber:

Landespräventionsrat Sachsen, Sächsisches Staatsministerium des Innern

Zusammenfassung:

Im Freistaat Sachsen wird seit dem Jahr 2009 das Fahrsicherheitsprojekt „Mission Zero“ durchgeführt und mit Landesmitteln gefördert. Das Institut für empirische Soziologie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (IfeS) führt im Auftrag des Staatsministeriums des Innern, Landespräventionsrat im Freistaat Sachsen eine summative Evaluation dieses Fahrsicherheitsprojektes durch.
Das Hauptziel der Evaluation ist die Beantwortung der Frage, ob das Fahrsicherheitsprojekt „Mission Zero“ einen Beitrag zur Reduzierung der Verkehrsunfallzahlen junger Fahrer im Freistaat Sachsen leistet.
Diese pauschale Frage wird in fünf Forschungsfragen konkretisiert, die im Rahmen der Evaluation beantwortet werden sollen:

  1. Trägt das Projekt zur Reduzierung der Zahl bzw. Schwere der Verkehrsunfälle jugendlicher Fahranfängerinnen und Fahranfänger bei den erreichten Teilnehmenden der Maßnahme bei?
  2. Wirkt sich das Projekt nachhaltig positiv auf die Fahrweise der Teilnehmenden aus?
  3. Werden sich die Teilnehmenden durch das Projekt ihrer Grenzen in Bezug auf die Beherrschung des Fahrzeuges bewusst und verhalten sie sich dadurch anschließend sicherer und risikobewusster / -reduzierter im Straßenverkehr?
  4. Vermittelt das Projekt den Teilnehmenden Erkenntnisse zum sicheren Verhalten im Straßenverkehr?
  5. Wie wird das Projekt durch die „Mission Zero gemeinnützige GmbH“ in Hinblick auf die Teilnehmerorientiertheit und die Professionalität der Trainer und Trainerinnen umgesetzt?

Für die Beantwortung der Forschungsfragen der summativen Evaluation wird vom IfeS ein Mix aus quantitativen und qualitativen Forschungsmethoden angewandt, bestehend aus

  • quantitativen Befragungen (Prüf- / Kontrollgruppendesign, Längsschnittdesign mit Auswertungsmöglichkeiten im Querschnitt und als Panel),
  • teilnehmender Beobachtung bei der Durchführung eines Trainings im Rahmen von „Mission Zero“,
  • Experteninterviews mit Trainern und informelle Gespräche mit Teilnehmern am Projekt „Mission Zero“ sowie
  • einer SWOT-Analyse der Umsetzerorganisation des Fahrsicherheitsprojektes.

Ansprechpartner:

Dr. Walter Funk

Publikationen:

Funk, W.; Roßnagel, T.; Schrauth, B. (2016) PDF
Evaluation Fahrsicherheitsprojekt „Mission Zero“. Schlussbericht zum 30. September 2016. Nürnberg: Institut für empirische Soziologie

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Auftraggeber:

Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)

Zusammenfassung:

Die Fahranfängervorbereitung in Deutschland erstreckt sich von der schulischen Verkehrserziehung, über die Fahrschulausbildung, das Begleitete Fahren und das erste Alleinefahren. Zur Unterstützung einer intensiven Nutzung und abwechs-lungsreichen Ausgestaltung dieses Lernprozesses bietet sich die elektronische Sicherheitskommunikation via Internet und Mobiltelefonie an. Beide Medien werden von Jugendlichen und jungen Erwachsenen intensiv genutzt und auch Eltern, Lehrer und Fahrlehrer sind darüber gut erreichbar.

Die elektronische Sicherheitskommunikation im Rahmen der Fahranfängervorbereitung wird insbesondere dann erfolgreich sein, wenn die breite Zielgruppenöffentlichkeit möglichst „personalisiert“ angesprochen wird und die Zielgruppenmitglieder auch die Möglichkeit haben, in einen Austausch einzutreten (Partizipation, Interaktivität). Hierzu bietet das Web 2.0 vielfältige Möglichkeiten. Dabei können Strategien aus dem Sozialmarketing („Social Marketing“) zur stärkeren Bindung der Zielgruppen an die Verkehrssicherheitsanliegen im Kontext der Fahranfängervorbereitung aufgegriffen werden und in den sozialen Medien („Social Medi-a“) des Internets und der Mobiltelefonie zum Einsatz kommen („Social Media Marketing“).

Im Bericht werden kommunikationswissenschaftliche Grundlagen und psychologische Faktoren der Sicherheitskommunikation erläutert. Ein Überblick über entsprechende Kommunikationsstrategien in der Gesundheitsförderung wird gegeben und auch Anspracheformen von Fahranfängern via Internet in Deutschland sowie einschlägige Angebote aus GDL-Ländern werden vorgestellt. Als Defizite lassen sich in Deutschland vor allem die Behandlung des Anfängerrisikos in den Kontexten Familie, Schule und erstes selbstständiges Fahren sowie generell die Elternansprache ausmachen. Ein Rahmenkonzept und konkrete Handlungsfelder für die zukünftige Nutzung der elektronischen Sicherheitskommunikation in der Fahranfängervorberei-tung werden vorgestellt.

Ansprechpartner:

Dr. Walter Funk

Publikationen:

Funk, W.; Lang, M.; Held, P.; Hallmeier, R. (2014)
Innovative Konzepte zur Begleitung von Fahranfängern durch E-Kommunikation. Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, Mensch und Sicherheit, Heft 244. Bremen: Fachverlag NW.

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Auftraggeber:

Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)

Zusammenfassung:

Die vorliegende Literaturdurchsicht gibt einen Überblick über (inter-)nationale Befunde zum Zusammenhang zwischen dem Verkehrsunfallrisiko und dem ökonomischen, sozialen und kulturellen Hintergrund der Verkehrsteilnehmer. Dabei werden schwer erreichbare oder sozial schwache Personen als Zielgruppen fokussiert. Personen können entweder organisatorisch schwer erreichbar sein (Identifikation; Ansprechbarkeit), oder die Verkehrssicherheitsangebote erreichen ihr Zielpublikum nicht (Akzeptanz; kognitive Ebene) bzw. werden nicht verhaltensrelevant (Compliance; Verhaltensebene). Sozial Schwache werden auf ökonomischen, sozialen und kulturellen Dimensionen von besser Gestellten unterschieden. Parallelen in der Zielgruppenansprache und Ansatzpunkte für Kooperationsmöglichkeiten werden explizit bei Akteuren der Gesundheitsförderung gesehen. Deren Strategie der Verknüpfung verhaltenspräventiver mit verhältnispräventiven Maßnahmen in einem Setting-Ansatz wird vorgestellt. Das Setting Stadtteil / Quartier erscheint für Interventionen besonders Erfolg versprechend. Zur Verkehrssicherheitsarbeit anschlussfähige Programme der Gesundheitsförderung werden vorgestellt. Der Bericht zeigt die Anknüpfungspunkte der Verkehrssicherheitsarbeit für eine Kooperation im Programm „Soziale Stadt“ auf. Ein solches Vorgehen eröffnet für die Verkehrssicherheitsarbeit neue Potenziale zur Ansprache schwer erreichbarer oder sozial schwacher Zielgruppen. Als konkrete Beispiele für eine verhaltens- und verhältnispräventive Verkehrssicherheitsarbeit im Setting Schule wird auf Ansätze der personalen Kommunikation im Setting beruflicher Schulen sowie ein sich gegenüber dem lokalen Umfeld öffnendes Mobilitätsmanagement von Schulen verwiesen. Ein Pilotprojekt zur Kooperation mit anderen Partnern in einem Setting-Ansatz wird ebenso empfohlen wie die Dokumentation vorhandener Maßnahmenansätze für schwer erreichbare Zielgruppen in einer Online-Datenbank oder die Nutzung des Internets zur Zielgruppenansprache.

English Version

Ansprechpartner:

Dr. Walter Funk

Publikationen:

Funk, W.; Faßmann, H. (2013)
Schwer erreichbare Zielgruppen – Handlungsansätze für eine neue Verkehrssicherheitsarbeit in Deutschland. Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, Mensch und Sicherheit, Heft M 237. Bremen: Fachverlag NW.

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Auftraggeber:

Stadt Erlangen

Zusammenfassung:

Für die Neu-Konzeption des Verkehrsentwicklungsplanes in Erlangen wurde eine Mobilitätsbefragung unter den acht größten Arbeitgebern in Erlangen konzipiert. Die Ausarbeitung und Durchführung dieser Mitarbeiterbefragung wurde dem Institut für empirische Soziologie an der Friedrich-Alexander-Universität übertragen. In den acht Unternehmen sollten die insgesamt ca. 52.000 Mitarbeiter mit einem Arbeitsplatz in Erlangen zum Start und Ziel ihres Arbeitsweges, den dafür genutzten Verkehrsmitteln und einigen weiteren mobilitätsbezogenen Fragen befragt werden. Für die Erhebung wurden schriftliche Befragungen mittels eines Online- oder eines Papierfragebogens genutzt. An der Befragung haben nach Ausschluss nicht auswertbarer Fragebögen 17.370 Personen, beschäftigt in den acht größten Unternehmen in Erlangen teilgenommen. Den Modal Split, die Verteilung der genutzten Verkehrsmittel, dominieren die motorisierten Individualverkehrsmittel (MIV) mit 57,5 %. Zahlreich sind Arbeitnehmer in Erlangen auch mit dem Fahrrad unterwegs, etwa 26,5 % fahren mit dem Rad zur Arbeit. Den öffentlichen Personenverkehr (ÖPV) nutzen 13,5 %. Der berichtet Modal Split verschiebt sich im Winter bzw. bei schlechtem Wetter. Die Nutzung der Hauptverkehrsmittel unterscheidet sich nach der regionalen Herkunft der Befragten in Abhängigkeit von der verfügbaren Verkehrsinfrastruktur. Ca. 77 % der MIV-Nutzer zeigen sich bereit, unter bestimmten Bedingungen auf den ÖPV oder das Fahrrad umzusteigen.

Ansprechpartner:

Bernhard Schrauth

Publikationen:

Schrauth, B.; Funk, W.; Abraham, M. (2015) PDF
Pendelmobilität in Erlangen. Ergebnisbericht einer Mobilitätsbefragung unter Arbeitnehmern in Erlangen. Materialien aus dem Institut für empirische Soziologie Nürnberg, Heft 1/2015, Nürnberg: Institut für empirische Soziologie.

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Auftraggeber:

Umweltbundesamt

Zusammenfassung:

Der Bericht stellt die Ergebnisse der Mobilitätsumfrage 2013 im Umweltbundesamt vor, bei der 624 Mitarbeitende im November und Dezember 2013 einen Online-Fragebogen vollständig ausgefüllt haben. Die Befragung ist nach den Umfragen der Jahre 2006 und 2009 die dritte Befragung der Bediensteten zu diesem Thema. Zentrales Ziel der Erhebung im Jahr 2013 war es, den Ist-Zustand der arbeitsbezogenen Mobilität der Beschäftigten an allen Standorten zu erfassen. Dazu wurden in der Befragung sowohl Angaben zum genutzten Hauptverkehrsmittel, zur Entfernung und zur Dauer eines jeden Hin- und Rückweges zur Arbeit in einer typischen Arbeitswoche als auch zu den absolvierten Dienstreisen im zurückliegenden Jahr erfasst. Zudem wurden die Befragten auch zu den angebotenen Mobilitätsmanagementmaßnahmen im Umweltbundesamt befragt und um eine Einschätzung für Verbesserungspotenziale gebeten. In der Ergebnisdarstellung werden die mobilitätsbezogenen Kennwerte des Jahres 2013 mit den Ergebnissen aus den vorherigen Befragungen verglichen. Der Vergleich zeigt, dass im Jahr 2013 der Anteil der Verkehrsmittel des Umweltverbundes leicht zugewinnen konnte, der Anteil der Verkehrsmittel des motorisierten Individualverkehrs hingegen im Vergleich zu 2009 abnahm. Auch die durchschnittliche Arbeitswegeentfernung und –dauer der Pendlerstrecken sanken im Vergleich zu 2009. Diese Ergebnisse gehen einher mit Veränderungen in der regionalen Herkunft der Befragten zwischen den Befragungszeitpunkten 2009 und 2013, insbesondere an den Standorten in Dessau-Roßlau und in Berlin. Mit den von den Befragten positiv bewerteten Mobilitätsmanagementmaßnahmen unterstützt das Umweltbundesamt seine Bediensteten in der nachhaltigen Gestaltung des Verkehrsaufkommens für Pendlerstrecken und Dienstreisen.

Ansprechpartner:

Bernhard Schrauth

Publikationen:

Bölke, M.; Schrauth, B.; Funk, W. (2015)
Erfolgreiches Mobilitätsmanagement in einer Behörde. Ergebnisse und Empfehlungen aus der aktuellen Mobilitätsumfrage im Umweltbundesamt. In: Verkehrszeichen Heft 1/2015: 9-13.

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Auftraggeber:

AOK / ADFC

Zusammenfassung:

Die Kampagne „Mit dem Rad zur Arbeit“, organisiert von der Gesundheitskasse AOK und dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC), ist eine der größten Mitmach-Aktionen, die das Radfahren zur Arbeit bewirbt. Die Veranstaltung findet seit dem Jahr 2001 jährlich statt. Im Jahr 2015 haben mehr als 150.000 Beschäftigte einzeln oder in einem bis zu vier Personen starken Team bundesweit an der Aktion teilgenommen. Im Aktionszeitraum von (seit dem Jahr 2015) Mai bis August dokumentieren die Teilnehmer die Tage, an denen sie Rad gefahren sind. Personen, die mindestens 20 Tagen aufgezeichnet haben, nehmen an einer Verlosung teil. Die Kampagne wird über verschiedene Kanäle beworben, hauptsächlich jedoch über Betriebskontakte in Unternehmen. Mit der Förderung des Fahrradfahrens, vereint die Kampagne Aspekte der betrieblichen Mobilität, des Managements, der Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz und des Umweltschutzes.

Die Evaluation der Aktion im Jahr 2014 wurde von der AOK Bayern und dem ADFC in Auftrag gegeben. In Bayern wurden insgesamt 3.550 Aktionsteilnehmer zur Befragung eingeladen. Insgesamt beteiligten sich 1.366 Personen durch das Ausfüllen des Online-Fragebogens oder durch Rücksendung des schriftlichen Fragebogens an der Befragung, die unter anderem Fragen zu Details der Fahrtstrecke, zu den gesundheitlichen Auswirkungen der Nutzung des Fahrrads für den Arbeitsweg, zum individuellen Verkehrssicherheitsempfinden, zu dem üblicherweise genutzten Verkehrsmittel oder auch zum individuellen Nutzungsverhalten des Radfahrers umfasste.

Für die bundesweite Evaluation der Mitmach-Aktion im Jahr 2015 wurde eine Zufallsstichprobe von Teilnehmern aus 14 Bundesländern gezogen (AOK Bundesverband und ADFC). 2.296 Teilnehmer beantworteten den Onlinefragebogen. Dieser beinhaltete nahezu inhaltsgleich wie bereits im Vorjahr Fragen zur Fahrtstrecke, gesundheitlichen Auswirkungen des Radfahrens und zu Aspekten der Verkehrssicherheit und -infrastruktur.

Die bundesweite Erhebung von Teilnehmern an der Aktion im Jahr 2016 wurde im Auftrag des ADFC durchgeführt. An der Onlinebefragung beteiligten sich 1.440 Teilnehmer.

„Mit dem Rad zur Arbeit“ ist ein Beispiel für ein erfolgreiches Konzept, das Mobilität und individuelle Gesundheitsförderung in einem betrieblichen Kontext kombiniert und leistet einen eigenen Beitrag zum firmeneigenen Mobilitäts- und Gesundheitsmanagement.

English Version

Ansprechpartner:

Bernhard Schrauth